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18/07/2026 um 17:00 – Chronically Radical beim Disability Pride Day der Hochschule Düsseldorf

Quelle: @enthinderungsreferat_hsd auf Instagram

Wir laden euch herzlich zum Disability Pride Day der Hochschule Düsseldorf ein!

Am Samstag, den 18. Juli, findet folgendes Programm statt:
11:00 Begrüßung
11:30 Workshop
– Kreatives Schreiben über und mit Behinderung
– Queer, Crip & Proud – Körper, Zeit & Widerstand
– Kommunikation ist vielfältig – Einblicke in die unterstützte Kommunikation
13:00 Pause
14:00 Workshop
– Decorate your tools – Dekoriere deine Hilfsmittel
– Wenn der Staat Körper bricht – Genozid als Waffe am Beispiel von Sri Lankas Genozid an Eelam Tamil*innen
– Interaktiver Workshop zu intersektionalen Antiableismus
15:30 Austauschrunden
17:00 Film: Chronically Radical: Behindert,
Verrückt, Taub im Widerstand (Raum 03.E.007)

Zwischendurch gibt es Snacks. Kommt gerne vorbei, wir freuen uns auf euch!

⏰Wann? 18. Juli 2026, 11 – 19 Uhr
📍Wo? HSD Gebäude 3, Münsterstraße 156, 40476 Düsseldorf.
Wenn du Barrieren vermutest oder Assistenz benötigst, melde dich gerne unter: enthinderungsreferat@astahsd.de oder Insta: @enthinderungsreferat_hsd

08/07/2026 Film Abend „Chronically Radical“ in Frankfurt am Main

Organisiert von Exzellente Inklusion (auf Instagram)
Ein Projekt von Studierenden, für Studierende mit Behinderung der Goethe Uni Frankfurt
Email-Addresse – kontakt@exzellente-inklusion.de

AKTIVISMUS UND ABLEISMUS

Wann? 8. Juli 2026 18 Uhr
Wo? Raum 1.108 Seminarhaus Goethe Uni Campus Westend

Wir wollen am 8. Juli 2026 mit euch zusammen einen Filmabend machen und gemeinsam den Film “Chronically Radical” schauen. Anschließend gibt es auch die Möglichkeit noch etwas beisammen zu sein und sich bei ein paar Snacks und Getränken über die Aktionen und Impulse der Aktivist*innen auszutauschen.

“Der Film begleitet chronisch Kranke, Taube, neurodivergente, behinderte… Menschen, die sich politisch engagieren, und lädt ein, uns dem Kampf anzuschließen. Ihr Widerstand richtet sich gegen Ausschluss im öffentlichen Leben und in politischen Bewegungen. Sie kämpfen mit altbekannten und neu geschaffenen Mitteln, mit Parteipolitik, Online-Organisierung, Demos oder direkten Aktionen.”

“Wir sind dabei: In Räumen für Lernen und Vernetzung genauso wie in Lützerath, auf der Straße und bei Kletteraktionen. Wir lernen Ideen und Möglichkeiten kennen, um gemeinsam zugängliche Orte und Bewegungen zu bauen, und Ableismus die Stirn zu bieten.”
Lian und Delila machen seit vielen Jahren Filme über politische Bewegungen deren Teil sie sind. Durch Lians chronische Krankheit haben sie, wie viele andere erfahren, wie es ist aus Bewegungen rauszufallen und wie sich Ableismus anfühlt. Diese Erfahrungen haben sie dazu veranlasst, “Chronically Radical” zu machen.

Barrierefreiheitsmaßnahmen:

  • Stufenloser Zugang zum Veranstaltungsraum
  • Rollstuhlgerechte Toilette in der Nähe
  • Zusätzlicher Ruheraum
  • Wärmflaschen, Fidget Toys, Geräusch- und Sichtschutz, Decken
  • melde dich gerne, wenn du abgeholt werden magst
  • Masken und Desinfektionsmittel
  • Filmvorführung mit Untertitel
  • Audiodeskriptionsoption (wenn du Bedarf hast melde dich wenn möglich gerne davor bei uns)
  • zusätzlich bequeme Sitzmöglichkeiten, wie Sitzsäcke

Online Premiere 05.07.2026 um 15:00

Wir freuen uns sehr euch zur ONLINE PREMIERE von unserem Film ueber Behinderung und politisch sein einzuladen 🙂

In die Mitte eine Zeichnung von einem roten Lastenrad mit einer schwarzen Kiste vorne. Die Kiste ist beschmückt mit politischen Aufklebern und einem QR Code. Darin liegt ein weißer Mensch mit braunem Haar, einer grünen Jacke, und einer FFP-Maske. Auf dem Mensch liegt ein schwarz-weißer Hund mit geschlossenen Augen und einer Keffiyeh um den Hals. Hinten in der Kiste sind Plakate: „Black Disabled Lives Matter“, „Mad Liberation“; da ist eine Disability-Pride-Flagge, eine Trans-Flagge, die Flagge der Gebärdensprachgemeinschaft und tauber Menschen. Auf dem Boden liegt noch ein Plakat wo „Fight Ableism“ drauf steht.
Darüber steht: „Chronically Radical“ Online Premiere am Sonntag 5. Juli um 15:00-17h45
Ein Dokumentarfilm von Lian und Delila


Chronically Radical: Behindert, verrückt, Taub im Widerstand
Online Film Premiere und Austausch mit uns, den Filmemachenden

Gemeinsame Veranstaltung mit den Naturfreund*innen NRW und dem Bewegungsort fuer regenerativen Aktivismus

Wann: Sonntag, 5. Juli, 15:00 – 17:45
Wo: Online über Zoom

Kommt mit auf eine Reise zu verschiedenen Orten des Behinderungswiderstands, und -aktivismus. Wie kämpfen wir als behinderte Menschen für ein gutes Leben für alle?
Der Film begleitet chronisch Kranke, Taube, neurodivergente, behinderte… Menschen, die sich politisch engagieren, und lädt ein, uns dem Kampf anzuschließen. Ihr Widerstand richtet sich gegen Ausschluss im öffentlichen Leben und in politischen Bewegungen. Sie kämpfen mit altbekannten und neu geschaffenen Mitteln, mit Parteipolitik, Online-Organisierung, Demos oder direkten Aktionen.
Wir sind dabei: In Räumen für Lernen und Vernetzung genauso wie in Lützerath, auf der Straße und bei Kletteraktionen. Wir lernen Ideen und Möglichkeiten kennen, um gemeinsam zugängliche Orte und Bewegungen zu bauen, und Ableismus die Stirn zu bieten.


Zugänglichkeit und Sprachen:
Austausch auf Deutsch mit DGS Verdolmetschung. Der Film ist mehrsprachig, hauptsächlich auf Deutsch, mit durchgehenden Untertiteln (auf Deutsch und Englisch). Es gibt eine deutsche Audiobeschreibung vom Film. Für Menschen die nicht gut lesen können gibt es auch eine Version wo die Teile die in Fremdsprachen sind in deutsch synchronisiert sind


Teilnahme:
Anmeldung bitte unter: stabilundinklusiv@naturfreunde-nrw.de
Nach der Anmeldung erhaltet ihr den Zugangslink. Gebt bei der Anmeldung gerne an, wenn ihr Bedarfe habt, um gut an der Veranstaltung teilnehmen zu können.
Während der Veranstaltung wird es Ansprechpersonen für technische Probleme sowie für mentale Unterstützung geben.


Über uns
Lian und Delila machen seit vielen Jahren Filme über politische Bewegungen deren Teil sie sind. Beim letzten Film, “Radical Resilience” (2020), ging es um regenerativen Aktivismus. Durch Lians chronische Krankheit haben sie, wie viele andere, erfahren wie schwer zugänglich viele Bewegungen sind und wie sich Ableismus anfühlt. Diese Erfahrungen haben sie dazu veranlasst, “Chronically Radical” zu machen.

“Chronically Radical: Behindert, Verrückt, Taub im Widerstand” fast fertig!

Wir freuen uns darauf, Ende Juni 2026 unseren Film über Behinderung und politisch sein veröffentlichen zu können! Es gibt viel zu erfahren über behinderten Widerstand und wie Orte, Gruppen und Bewegungen zugänglicher sein können.

Schreibt uns an wenn ihr eine Vorstellung organisieren moechtet!

Vor dem Eingang zum Frankfurt West Bahnhof hängen vier Menschen auf Kletterseile, zwei davon im Rollstuhl, mit einem großen Banner "Mobilitätswende für Alle!". Vier Polizist*innen stehen etwas ratlos davor.

Worum gehts?

Eine Reise zu verschiedenen Orten des Behinderungswiderstands und -aktivismus. Wie kämpfen wir als behinderte Menschen für ein gutes Leben für alle?

Der Film begleitet chronisch Kranke, Taube, neurodivergente, behinderte… Menschen, die sich politisch engagieren, und lädt ein, uns dem Kampf anzuschließen. Ihr Widerstand richtet sich gegen Ausschluss im öffentlichen Leben und in politischen Bewegungen. Sie kämpfen mit altbekannten und neu geschaffenen Mitteln, mit Parteipolitik, Online-Organisierung, Demos oder direkten Aktionen.

Wir sind dabei: In Räumen für Lernen und Vernetzung genauso wie in Lützerath, auf der Straße und bei Kletteraktionen. Wir lernen Ideen und Möglichkeiten kennen, um gemeinsam zugängliche Orte und Bewegungen zu bauen, und Ableismus die Stirn zu bieten.

Ein großes Brett auf einem Gitterzaun angebracht, mit politischen Aufkleber versehen und einem Edding-Aufschrift: "It's not about self-care, it's about collective care." - Leah Lakshmi Piepzna-Samarasinha

Zugänglichkeit und Sprachen

Der Film ist mehrsprachig, hauptsächlich auf Deutsch, mit durchgehenden Untertiteln (bisher auf Deutsch und Englisch). Es gibt eine deutsche Audiobeschreibung. Eine englische Audiobeschreibung ist auch geplant sowie Dolmetschung in deutsche und vielleicht auch internationale Gebärdensprache.

Über uns

Lian und Delila machen seit vielen Jahren Filme über politische Bewegungen deren Teil sie sind. Beim letzten Film, “Radical Resilience” (2020), ging es um regenerativen Aktivismus. Durch Lians chronische Krankheit haben sie, wie viele andere, erfahren wie schwer zugänglich viele Bewegungen sind und wie sich Ableismus anfühlt. Diese Erfahrungen haben sie dazu veranlasst, “Chronically Radical” zu machen.

Schreibt uns gerne an wenn ihr eine Vorstellung organisieren wollt! ( radicalresilience@riseup.net )

Ein Paar weitere Hinweise und Ideen für Vorführungen: https://chronicallyradical.noblogs.org/de/post/2026/05/17/hinweise-und-ideen-fuer-vorfuehrungen-von-chronically-radical/

Person mit langen braunen Haaren und weißem Rock hält Schild "Fix the system not me!"
Tabitha, bunt gekleidete Schwarze Künstler*in mit Regenbogentasche und weissem vorne geknotetem Kopftuch hält einen Schild "Ableism looks like calling people 'inspiring' for navigating a system that is designed for exclusion, while doing nothing to hold the system accountable".
SchwarzRund und simo tier sitzen im Atelier am Tisch und reden. Dahinter Poster und Zines auf die Wand, darunter: "Hilfsmittel für Alle", "Du bist trans genug", "Krüppel-Zeitung"
Eine Person im E-Rollstuhl auf einer Straße umringt von vielen Polizist*innen in Riot-Ausrüstung.
EIne weisse Person mit blau-bunter Bluse sitzt vor einem Hochkandbildschirm wo viele thmpnails zu sehen sind.
Eine weisse Person mit rotn Haaren spielt Harfe und singt
Ein Mensch in einer Demonstration hält die linke Faust hoch in den Himmel. Dahinter ein Lautsprecherwagen und viele Menschen mit Banner und Schilder, "Justice for Mouhamed" ist lesbar.

Ideen für Vorführungen von “Chronically Radical”

Wir haben jetzt 6 Jahre an diesem Film gearbeitet und dabei sehr viel von den Menschen darin gelernt. Wir hoffen durch diesen Film dieses Wissen weitergeben und Veränderungen anstossen zu können! Danke euch dass ihr uns dabei unterstützt!

Ein paar Sachen die uns am Herzen liegen:

Anregungen zum Barriereabbau bei der Vorführung

Uns ist wichtig dass der Film für möglichst viele Menschen zugänglich ist, darum haben wir eine Audiodeskription in deutsch (fuer Sehbehinterte Menschen), sowie fortlaufende Untertitel in deutsch und englisch erstellt. Wir haben auch eine Version fuer Menschen die Untertitel nicht lesen koennen wo alles in deutsch synchronisiert ist. Wir hoffen dass wir auch noch eine Audiodeskription in Englisch und eine Übersetzung in DGS hinbekommen.

Wir möchten auch dass er an den Orten und in den Gruppen wo er gezeigt wird Veränderungen bewirkt, darum bitten wir euch vor dem Zeigen gedanken zu machen wie ihr die Vorstellung zb für taube, blinde, neurodivergente, chronisch kranke, gehbehinderte Menschen zugänglich machen könnt. Z.B.:

Eine Person mit dicker Jacke und Muetze im schlammigen Rollstuhl vor einer selbstgebauten Rollitoilette
  • für chronisch Kranke ein paar Liegemöglichkeiten schaffen, Masken tragen, Pausen machen, hybride oder online Veranstaltungen
  • für taube Menschen DGS Dolmetschung für die Diskussion organisieren zb über die Stadt oder Aktion Mensch (braucht etwas Vorlauf)
  • Rollizugänglich? Rollitoilette auch oder gibt es in der Nähe eine? Wie einfach mit ÖPNV zu erreichen?
  • Für neurodivergente Ruheräume einrichten, fidget toys besorgen
  • für blinde Menschen: Assistenz anbieten, Wegbegleitung etc
  • fuer kognitive Behinderte (und auch für nicht Muttersprachler): Übersetzung in einfache Sprache,
  • für Menschen mit Chemikaliensensitivität: Teilnehmende bitten auf Duftstoffe zu verzichten
Poster von Fingeralphabet, How to Kommunikationmit tauben Personen:von vorne ansprechen und blickkontakt halten, sorge fuer eine gute Beleutchtug...

Guckt mal ob ihr davon schon was machen koennt. Manches auf der Liste lässt sich auch mit wenig Aufwand und Geld umsetzen. Bei manchem kann mensch kreative Lösungen finden. Es ist nicht immer möglich alles für alle zugänglich zu machen, Zugangsbedürfnisse widersprechen sich auch manchmal, aber es ist gut schonmal mit was anzufangen.

Wenn euch das nicht möglich ist, zeigt den Film bitte trotzdem, vielleicht kann der Film dann was anstossen 🙂

Es ist sehr wichtig auf die Einladungen, eure Webseiten etc transparent aufzuschreiben wie zugänglich euer Ort und Veranstaltung für Menschen mit verschiedenen Behinderungen ist. Verteilt die Einladungen gerne auch an Orten wo behinderte Menschen erreicht werden können. Sie werden so oft ausgeschlossen, es ist Zeit dass sich das ändert!

Bitte unterstützt uns

Lian ist sehr schwer krank und wir müssen im Moment alle Medikamente und auch Assistenz selber organisieren und finanzieren. Das geht nicht ohne Unterstützung. Wir möchten dass alle den Film sehen können egal ob sie es sich leisten könnten oder nicht, deshalb wünschen wir uns dass es wenn möglich keinen festen Eintrittspreis gibt, aber wir bitten alle die es können uns zu unterstützen. Ihr koennt gerne einen Hut rumgehen lassen. Wenn ihr ein Projekt, Ort NGO etc seid die normalerweise ihre Referent*innen und Mitarbeitenden bezahlen dann überlegt mal ob ihr uns vielleicht etwas mehr geben könnt. Leben mit chronischer Krankheit ist sehr teuer. Wir würden uns jedenfalls sehr freuen und nur mit Unterstützung können wir auch den zweiten Teil fertig machen und den ersten noch zugänglicher machen. Sagt uns auch gerne Bescheid wenn ihr für uns einen Antrag bei der Stadt oder einer Stiftung etc stellen könnt.

Sagt auch gern Bescheid wenn ihr uns beim Film helfen wollt, z.B. englische Audiodeskription einsprechen, Untertitel in anderen Sprachen machen etc., das würd uns sehr freuen.

Mehr Info dazu und einen Paypal-Link findet ihr auf dieser Seite.

Ein graues Schwanenbaby schwimmt auf einem grauen See. Sein Spiegelbild ist auch zu sehen

Nach dem Film

Wir freuen uns sehr wenn ihr Vorstellungen organisiert und hoffen dass wir gemeinsam viel verändern können 🙂

Wenn ihr wollt koennt ihr uns auch gerne berichten wie es gelaufen ist, Lian kann das Bett nicht verlassen und der Film ist auch unsere Art zu reisen und in Verbindung zu bleiben.

Crip Time

Folgenden Text hat Lian für die Broschüre „VerRücktes Klima – BeHinderte Lösungen“ geschrieben. Die Broschüre wurde von der BUNDjugend herausgegeben und kann gegen Versandkosten als Druckausgabe bestellt, als PDF heruntergeladen, oder als Audioversion angehört werden:

https://www.bundjugend.de/produkt/sammelband-verruecktes-klima-behinderte-loesungen/

https://fyyd.de/podcast/verruecktes-klima-behinderte-loesungen/0

Ich versuche oft das Thema Zugang und Ableismus in (Klima)Kämpfe einzubringen. Immer wieder wird mir dann gesagt „Oh, sorry, wir machen schon so viel und sind alle so ausgebrannt, das schaffen wir jetzt nicht auch noch!“ Das ist nicht nur nicht wirklich ehrlich, weil es ja eine Prioritätenfrage ist, worein mensch seine Energie steckt. Also wäre es dann ehrlicher zu sagen „Hey, sorry, Barrierefreiheit ist uns gerade nicht so wichtig.” Das wollen viele nicht sagen, weil es ja das
coole linke offene Selbstbild zu erhalten gilt. Und gegen Behinderte haben sie ja nichts, das muss doch reichen! Bloß, reicht es halt nicht, nichts gegen Behinderte zu haben, wenn mensch verinnerlichten Ableismus nicht bearbeitet und nichts an den behindernden Strukturen ändert um Zugang zu schaffen. Es ist also unehrlich und zudem denke ich mir dann immer: „Tja, wenn ihr mehr behinderte Menschen in euren Gruppen hättet, dann würdet ihr vielleicht nicht so sehr ausbrennen.”

Behinderte haben das Konzept der Crip Time erfunden. Die Idee dabei ist, dass nicht wir uns an die Gegebenheiten und die vorgegebenen Zeitfenster anpassen müssen, sondern dass sich die Gegebenheiten uns und unseren Bedürfnissen anpassen müssen. Etwas, das gut zum nachhaltigen Aktivismus passt, wo Menschen ebenfalls nahegelegt wird, nicht über ihre Grenzen zu gehen. Oft reproduzieren wir in unseren antikapitalistischen Kämpfen Muster, die genau der Leistungsgesellschaft entspringen, die wir eigentlich ablehnen. Zum Beispiel schätzen wir Menschen mehr wert die (viel) leisten können, und auch was überhaupt als Leistung angesehen wird ist von kapitalistischen Mustern geprägt: Care Aufgaben werden oft weniger gefeiert als Aktionen zu machen.

Und ja, Behinderte haben von sich aus Körper, die sich der kapitalistischen Verwertungslogik entziehen. Mein Körper ist also der Inbegriff der Kapitalismuskritik. Dafür, und für vieles andere solltet ihr uns Behinderte feiern und bitte aufhören uns immer nur als noch ein schwieriges und anstrengendes Thema zu sehen!

By the way, ist es auch gar nicht so schwer Gruppen zugänglicher zu machen. Es ist wie gesagt eine Frage des Willens und der Priorisierung. Ich habe mich mittlerweile vom Klimaaktivismus weitestgehend verabschiedet, obwohl die Klimakrise mich als Behinderte besonders hart trifft: Schon jetzt macht mir die Hitze viel mehr zu schaffen als in Zeiten, in denen ich noch gesünder war, und dass Behinderte in akuten Katastrophen eher getroffen werden, sollte spätestens nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und Sinzig allen hier klar sein. Und wenn schon in einem der technisch reichsten Länder Behinderte bei Katastrophen (und auch sonst) kaum bedacht werden sieht die Situation für die 80% der behinderten Menschen weltweit, die im globalen Süden leben, noch düsterer aus. Denn dort sind die Auswirkungen der
Klimakrise bekanntlich noch wesentlich schlimmer.

Ich organisiere mich jetzt unter anderem mit einer Gruppe, die zum Thema Behinderung arbeitet und mehrheitlich aus Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen besteht. Und wir kriegen das hin. Wir machen auch Fehler, aber wir kriegen das hin. Und zwar gut.

Und wieso?

Weil wir fast alle unschöne Erfahrungen damit gemacht haben, ausgeschlossen worden zu sein, und es uns deshalb wichtig ist, dass alle mitmachen können.

Weil wir offen dafür sind, von den Bedürfnissen der anderen zu hören und darauf einzugehen.

Wir kriegen das hin, obwohl wir mehrheitlich eingeschränkt sind. Junge, überwiegend doch recht privilegierte Klimabewegung, ihr kriegt das auch hin, wenn ihr wollt.

PS: Ein guter Anfang ist es, die behinderten Menschen, die noch oder schon in euren Gruppen sind, zu fragen, wie es ihnen so geht und wie der Zugang für sie besser werden könnte. Denn, wie SchwarzRund sagt: In jeder Gruppe sind Behinderte, ihr seht sie nur nicht, weil viele Behinderungen unsichtbar bzw nicht offensichtlich sichtbar sind und Menschen aus verschiedenen Gründen nicht darüber reden. Also fangt damit an Räume zu öffnen, über Bedürfnisse zu reden.

Rezension und Kommentar zu „Black Disability Politics“ von Sami Schalk

Ich habe gerade „Black Disability Politics“ von Sami Schalk gelesen. Ich glaube dieses Buch ist unglaublich wichtig für aktivistische Gruppen und Bewegungen, und ich ermutige jede*n es zu lesen1! Bisher ist es nur auf Englisch erschienen, und deswegen wollte ich einige wichtige Punkte mit euch teilen. Sami Schalk befasst sich mit der Frage, wie das Thema Behinderung in Schwarzem Organisieren behandelt wurde, in der Vergangenheit wie auch heute. Um diese Rezension in Perspektive zu setzen: ich schreibe als eine weiße, queere nichtbinäre, neurodivergente und körperlich nicht-behinderte Person, geboren und wohnhaft im West-Europa.

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Book Review: „Black Disability Politics“ by Sami Schalk

I just finished reading „Black Disability Politics“ by Sami Schalk and wanted to share some things I’ve learned. This is a very important book for activist groups and movements and I would encourage everyone to get a copy (it is also available for free)1! Sami Schalk examines how the subject of disability was dealt with in past and present Black activist organising. To put this review into perspective, I am writing this as a white, queer nonbinary, neurodivergent and physically non-disabled person born and living in western Europe.

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